Liebe Freunde und Bekannte,

gerne möchten wir euch ein paar Eindrücke und Neuigkeiten aus dem vergangenen Jahr mitgeben.

Wie viele von euch wissen, war es mir – Horst – in den letzten Jahren aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich, in die Mongolei zu reisen. Umso besonderer war es, dass sich in diesem Jahr eine andere Möglichkeit ergeben hat: Altansukh und Zulaa – zwei der ersten zehn Kinder, die wir 2003 in unsere Arbeit aufgenommen haben – besuchten uns in Deutschland. Es war eine große Freude, sie wiederzusehen und zehn Tage mit ihnen zu verbringen.

Gemeinsam mit Inche habe ich die beiden am Frankfurter Flughafen abgeholt. Von dort ging es über Siegen weiter zu meiner Tochter Jane. In Siegen haben wir Amina besucht, an die ihr euch vielleicht noch erinnert: sie ist das Mädchen, die 2015 eine Herzklappenoperation hatte. Die Kosten für die Operation sind hoch gewesen – dank großem Sponsoring und mit Unterstützung vieler von euch, konnten wir diese Summe vollständig decken. Heute geht es Amina gut; sie absolviert derzeit ein Au-Pair-Jahr in Siegen. Ihre Mutter hatte Zulaa und Altansukh ein paar kleine Geschenke mitgegeben, die wir Amina bei unserem kurzen Besuch überreichen konnten. Amina betonte, wie dankbar sie allen ist, die ihr damals geholfen haben.

Bei Jane wurden Altansukh und Zulaa am Abend herzlich mit leckerem Essen empfangen. In den folgenden Tagen haben wir versucht, ihnen so viel wie möglich von Deutschland zu zeigen: Sie waren in Aachen und haben Munkhsetseg besucht, sie waren in Köln im Zoo und auf dem Dom, außerdem in Düsseldorf und Berlin. In Lüdenscheid haben wir viel Zeit mit Austausch und Reden verbracht. Wir haben über gemeinsame Erinnerungen gesprochen und darüber, was sie heute bewegt. Altansukh arbeitet für eine größere Solaranlagenfirma im Süden der Mongolei. Er erzählte, dass der Wechsel von Kohle zu Solarenergie für das Land eine Chance sei, und überlegt eine Weiterbildung oder ein Auslandsjahr zu machen, um sich in diesem Bereich weiter zu qualifizieren.
Zulaa berichtete viel von ihrem Alltag mit ihrem kleinen Sohn, der während ihres Aufenthalts hier liebevoll von der Familie ihres Mannes betreut wurde. Sie kümmert sich überwiegend um sein Aufwachsen und baut sich nebenbei ein kleines Geschäft mit Dekoartikeln auf. Ihr Mann arbeitet im Kohleabbau im Schichtdienst. Altansukh und Zulaa sind zwei sehr lebensfrohe Erwachsene geworden. Sie berichteten, sie haben die Zeit in Deutschland sehr genossen.

Und was gibt es sonst noch Neues aus der Mongolei? Dank Videoanrufe bleiben wir gut mit unseren Kindern bzw. jungen Erwachsenen verbunden – egal, wo sie gerade leben. Hier ein paar kurze Updates:

Batdorj arbeitet weiterhin in der Armee, bei der Feuerwehr. Otgontsetseg lebt in Erdenet und arbeitet dort als Verkäuferin; ihre kleine Tochter besucht inzwischen den Kindergarten. Otgonbold ist nach wie vor auf Baustellen tätig. Sor, Bayrjargal, Zowoo und Otgonjargal wohnen weiterhin bei Gaamaa. Zowoo lernt derzeit Chinesisch und überlegt nach dem Schulabschluss nach China zu gehen. Enkhtsetseg erwartet ihr Baby – ein kleiner Junge, der voraussichtlich Anfang Dezember zur Welt kommt. Es ist schön zu sehen, wie sie alle erwachsen werden, Verantwortung übernehmen und ihre Träume verfolgen.

Wir danken euch von Herzen für eure Unterstützung in diesem Jahr! 

Abschließend wünschen wir euch eine besinnliche Adventszeit und ein gesegnetes Weihnachtsfest.

Möge das neue Jahr 2026 viele schöne Momente und gute Begegnungen für euch bereithalten.

Mit herzlichen Grüßen,

Horst und Kalla